Ein bisschen Hollywood in Eichstätt


Der Duft nach gezuckertem Popcorn, das rote Samt der Kinosessel und das gedimmte Licht der Kinobeleuchtung: Wer kann einem Kinobesuch schon widerstehen? Besonders wenn es sich um eine Premiere handelt: Dem ersten Filmfest der Geschichte Eichstätts am 13. und 14. Oktober im Kino im Alten Stadttheater. Interessierte konnten an zwei Tagen 14 Filme aus neun Ländern sehen und sogar mit drei Regisseuren über deren Filme diskutieren.

Sogar einen Preis gab es zu verleihen. Die gezeigten Filme konkurrierten in drei Kategorien um „Die goldene Altmühl“: Bester Kurzfilm, bester Langfilm und Publikumspreis. Ausgezeichnet wurde als bester Kurzfilm ‚Lupus Perditus – Der verlorene Wolf‘ von Christian Slezak. In dem Film geht es um Sven, der nach dem Tod seiner Frau – den er verschuldet hat – sein Leben beenden will. Dazu begibt er sich in ein verlassenes Waldstück, um sich eine Kugel in den Kopf zu jagen. Schafft er es den Abzug zu drücken, ergibt er sich vollends dem Wahnsinn oder gewinnt er seinen Lebenswillen zurück? ‚Tokat – Life strikes back‘ von den Regisseurinnen Andrea Stevens und Cornelia Schendel wurde in der Kategorie bester Langfilm ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von vier ehemaligen Mitgliedern aus den berüchtigten Frankfurter Jugendbanden der 90er Jahre.

Die glücklichen Gewinner bedankten sich per Videobotschaft aus Berlin und Frankfurt – ein Hauch von Oscarfeeling im kleinen Eichstätt. Wer den Publikumspreis gewinnt, ist bisher noch ein Geheimnis und wird in den kommenden Tagen auf den Social-Media-Kanälen des Filmfestes bekannt gegeben. Unser Tipp: Der Dokumentarfilm ‚Global Joy‘ von Filmfest-Initiator Bruno Fritzsche in Zusammenarbeit mit Maximilian Plettau. Sie begeben sich auf eine 10 000 km langen Reise und porträtieren verschiedene Straßenmusiker in ihrem Alltag. Aber auch die Filme ‚Die Badewanne‘ und ‚Simply the Worst‘ sorgten beim Publikum für lautes Gelächter. Auf den Gewinner kann man also gespannt sein.

Für das Hollywood-Flair durfte auch eine angemessene Eröffnungsparty nicht fehlen. Gäste konnten sich professionell vor der Filmfestleinwand ablichten lassen und mit den anderen Filmliebhabern und Regisseuren über das Programm austauschen. Aber Eichstätt bleibt Eichstätt: Statt Champagner floss in der Kleinen Cafébar reichlich Bier.

Auch nächstes Jahr soll es wieder ein Filmfest für Eichstätt geben, neben dem engagierten Team ist das auch den zahlreichen Spenden der Besucher zu verdanken.

Bis nächstes Jahr! Eure, Bernadette und Sarah